Afschar: Die Afshari sind ursprünglich ein türk. Stamm, deren Namen von einem ehemaligen Sheik abgleitet ist und bis Beginn des 17. Jh. im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris nomadisiert waren. Diese sind dann später vom Abbas Shah in Persien aufgenommen worden. Die Afshari leben als Viehzüchter, Halbnomaden oder als angesiedelte Bauern, deren Frauen die Teppiche knüpfen. Obwohl die Produktion stark rückläufig ist, ist der Warenanfall auf den Märkten von Kerman und Shiraz noch immer bedeutend.

Die Schwerpunkte der Teppichherstellung liegen in den Gebirgssiedlungen um Sirjan, Shahr Babak, Dahaj, Nagriz und Estahbanat am südlichen. Ausläufer des Zagrosgebirges zum Ostan Fars gehörend. Aus Sirjan kommt das quantitativ bedeutendste Kontingent, die hauptsächlich in den Bauernhäusern entsteht.

Shahr Babak liefert eine sehr feine Ware mit figuralen Zeichnungen. Die Dahadj sind meist von einer ansprechenden Originalität. Die Neyriz-Teppiche werden in Shiraz gehandelt. Diese Teppiche zeigen vom Muster her bei vielen Stücken eine ethnologisch bedingte Verwandtschaft zu den Ghashghai. Dieser Stamm teilt sich mit den Afshari und den Arabi in das weite Gebiet südlich von Shiraz.

Typisch für den Afshari-Teppich sind der ausgesprochene subtile Farbsinn und ein großes Variationsreichtum. Im Vordergrund steht eine großzügige geometrische Feldeinteilung, ausgefüllt durch miniaturhafte, meist Boteh-Motive.